Olpe. Mit einem besonderen Gottesdienst hat die neuapostolische Kirchengemeinde Olpe am Sonntagmorgen, 9. August 2026, die Ruhesetzung von Priester Friedbert Flechtner begangen. Bezirksvorsteher Hirte Matthias Rauch gestaltete den Gottesdienst in der Siegener Zentralkirche und entband Flechtner im Auftrag von Apostel Gerd Kisselbach von seinem aktiven Amtsauftrag.
„Lasst euch versöhnen mit Gott“
Seiner Predigt legte Hirte Rauch das Bibelwort aus 2. Korinther 5, 20 zugrunde: „So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!“
Im Mittelpunkt stand die Kirche Christi und ihr Merkmal der Apostolizität. Dabei machte Hirte Rauch einen wichtigen Unterschied deutlich: „Zur Vergebung braucht es eigentlich nur einen. Versöhnung ist mehr – Versöhnung heißt, wieder in eine Beziehung zu treten.“ Gott sei dabei in Vorleistung getreten. Die Gemeinde forderte er auf, diese Einladung zur Versöhnung weiterzutragen, wo immer sich Gelegenheit dazu biete.
42 Jahre ehrenamtlicher Seelsorger
Friedbert Flechtner blickt auf 42 Jahre ehrenamtlichen Dienst in der Seelsorge zurück. Am 12. Dezember 1984 wurde er in Dillenburg zum Unterdiakon, am 20. Juli 1986 in Siegen zum Diakon und am 15. August 2001 ebenfalls in Siegen zum Priester ordiniert.
Seinen Dienst versah Flechtner zunächst in der Gemeinde Kreuztal und seit 2014 in Olpe. In beiden Gemeinden engagierte er sich zudem als Jugendbetreuer. Insgesamt arbeitete er unter neun Vorstehern.
Zum Abschied ließ Apostel Kisselbach ihm einen Auszug aus einer Liedstrophe ausrichten: „Treue Arbeit findet Lohn, den Jesus hält bereit.“ Mit der Ruhesetzung endet sein aktiver Amtsauftrag. Die Amtsvollmacht bleibt jedoch erhalten: Flechtner wird auch weiterhin kranke Gemeindemitglieder betreuen und in der Gemeinde das Heilige Abendmahl spenden.
Letzter Gottesdienst am 5. August
Seinen letzten Gottesdienst mit der Gemeinde Olpe hatte Priester Flechtner bereits am Mittwoch, 5. August 2026, gefeiert. Dem Abendgottesdienst lag das Bibelwort aus Psalm 95, 6 zugrunde: „Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat.“
In seiner Predigt stellte der Priester das Gebet in den Mittelpunkt. Nicht die äußere Form sei entscheidend, sondern die Haltung des Herzens. Beten bedeute im Grunde, mit dem himmlischen Vater zu sprechen – so selbstverständlich, wie ein Kind zu seinem Vater komme. Dass nicht jede Bitte erfüllt werde, sei dabei kein Grund, das Gebet aufzugeben: „Erhörung und Gewährung sind zweierlei.“
Flechtner erinnerte außerdem an ein Erlebnis aus dem Jahr 1982 mit Stammapostel Hans Urwyler. Dieser habe zu seinem Großvater, der kein ordinierter Amtsträger war, gesagt, dass er das Amt des Beters trage.
Zum Abschluss dankte Friedbert Flechtner der Gemeinde für die gemeinsame Zeit: „Ich danke euch, dass ihr mich im Jahr 2014 hier aufgenommen habt. Ich bete weiterhin für euch und mit euch.“
Ruhesetzung von Priester Friedbert Flechtner (rechts)
13. August 2026
Text:
R. Ehle,
W. Rock
Fotos:
S. Ehle,
R. Ehle
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