Hungen. Einen ermutigenden Abendgottesdienst erlebte die neuapostolische Kirchengemeinde Hungen am Mittwoch, 2. September 2026. Erstmals besuchte Bischof Sascha Tümmler die Gemeinde. Der Gottesdienst wurde zudem per IPTV und Telefon übertragen. Für die musikalische Gestaltung sorgten der gemischte Chor und ein kleiner Instrumentalkreis der Gemeinde.
Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand ein Bibelwort aus Jesaja 41,10: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“
Gottes Zusage gilt auch in schwierigen Zeiten
In seiner Predigt erinnerte Bischof Tümmler zunächst an die ursprüngliche Situation des Volkes Israel, an das sich die Worte des Propheten Jesaja richteten. Das Volk war besiegt, deportiert, heimatlos und mit Blick auf die Zukunft ratlos. Gerade in diese Situation hinein habe Gott zugesagt, seinem Volk beizustehen.
Diese Zusage gelte auch den Menschen heute, betonte der Bischof. Jeder Mensch trage sein eigenes „Päckchen“: Sorgen um die Gesundheit, Ängste vor einem neuen Schuljahr oder einer Ausbildung oder im Alter die Frage, wie lange die eigenen Kräfte noch reichen. Gottes Botschaft sei dabei eindeutig: „Ich bin da, ich lasse dich nicht alleine.“
Offen berichtete Tümmler auch von eigenen schweren Lebensphasen, in denen er mit Gott gerungen habe. Im Rückblick habe er erkannt, dass er diese Situationen ohne Gottes Hilfe nicht hätte bewältigen können.
Eine neue Perspektive gewinnen
Als weiteres Bild griff der Bischof den Adler aus Jesaja 40 auf und warb er dafür, im Glauben Abstand zu gewinnen und die Perspektive zu wechseln. Dazu formulierte er anschaulich: „Im Auto ist die Windschutzscheibe groß und der Rückspiegel klein.“ Was hinter einem liege, dürfe auch hinter einem bleiben – der Blick solle nach vorn gerichtet sein.
Gottes Hilfe könne dabei auf vielfältige Weise erfahren werden: im Gottesdienst, im persönlichen Gebet, in der Heiligen Schrift und insbesondere in der Gemeinschaft der Gläubigen. Die Gemeinde als Gebetsgemeinschaft habe eine Kraft, die nicht unterschätzt werden dürfe.
Die „rechte Hand“ Gottes deutete Bischof Tümmler als Ehrenplatz. Jeder Mensch sei Gott gleich wertvoll – unabhängig davon, ob er groß oder klein, aktiv oder eher distanziert sei. Die ausgestreckte Hand Gottes sei ein Angebot, das es zu ergreifen gelte. Dazu gehöre auch der Mut, loszulassen und Gott zu vertrauen.
„Fürchte dich nicht, glaube nur!“
Gemeindevorsteher Michael Ehrnsperger griff das Bibelwort in seinem Predigtbeitrag auf und stellte die Verbindung zum neuapostolischen Jahresmotto „Fürchte dich nicht, glaube nur!“ her. Gott verlange keinen großen oder perfekten Glauben. Auch mit einem „Senfkorn-Glauben“ dürfe der Mensch zu Gott kommen – so, wie er ist. Im Gebet, im Wort und im Heiligen Abendmahl werde dieser Glaube gestärkt.
Die Gottesdienstbesucher nahmen die zentrale Botschaft des Abends mit nach Hause: Gott hält jeden Menschen an seiner rechten Hand – in guten wie in schweren Zeiten. Zugleich verwies der Bischof auf das Glaubensziel: Gott habe einen Ort des Friedens und der Ruhe bereitet. Wer wisse, wohin der Weg führe, könne auch die Herausforderungen des Alltags leichter bewältigen.
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