Wetzlar. Mit einem besonderen Kindertag ist am Sonntag, 8. März 2026, in der neuapostolischen Zentralkirche an Wetzlarer Neustadt das neue Kindergottesdienstformat KIGO+ gestartet. Zu der Auftaktveranstaltung kamen zahlreiche Kinder aus dem Kirchenbezirk Gießen. Zudem auch Lehrkräfte aus dem Arbeitsbereich Ost der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland.
Mit dem neuen Format reagiert die Kirche auf veränderte Rahmenbedingungen in den Bezirken und möchte die Durchführung von Kindergottesdiensten flexibler gestalten. Bisher wurden auf Kirchenbezirksebene getrennte Kindergottesdienste für die Altersgruppen von sechs bis neun Jahren sowie von zehn bis 14 Jahren angeboten. Diese Veranstaltungen erforderten eine umfangreiche Vorplanung und ein begleitendes Rahmenprogramm. In vielen Bezirken ließ sich dieses Modell jedoch aufgrund geografischer Gegebenheiten, begrenzter personeller Ressourcen und der zunehmenden zeitlichen Beanspruchung von Familien nur noch eingeschränkt umsetzen.
Mit KIGO+ wird nun ein Format eingeführt, das Kindergottesdienste für alle Altersgruppen gemeinsam ermöglicht und sich stärker an den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten orientiert.
Lebendiger Auftakt am Vormittag
Der Kindertag begann gegen 10 Uhr. Schon kurz darauf füllte sich die Kirche mit Leben, als die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern eintrafen. Für das anschließende gemeinsame Essen brachten viele Familien Speisen mit, die zu einem großen Buffet zusammengestellt wurden.
Im Vorraum der Kirche konnten die Kinder kleine Papierboote falten. Diese wurden später vor dem Altar gesammelt und bildeten eine beachtliche „Flotte“. Außerdem gab es ein offenes Singen, das die Kinder musikalisch auf den Gottesdienst einstimmte.
Gottesdienst mit Bischof Tümmler
Um 11 Uhr begann der Kindergottesdienst, den Bischof Sascha Tümmler leitete. Grundlage seiner Predigt war ein Bibelwort aus dem Markus-Evangelium (Markus 4,39): „Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig! Verstumme! Und der Wind legte sich und es ward eine große Stille.“
Im ersten Teil seiner Predigt vermittelte der Bischof den Kindern anschaulich das Bild von Jesus als einem verlässlichen Freund. Viele Kinder hätten gute Freunde, die fast immer für sie da seien. Doch selbst beste Freundinnen und Freunde könnten manchmal nicht erreichbar sein oder hätten eigene Sorgen. Jesus hingegen sei immer da und höre jederzeit zu.
Musikalisch wurde dieser Gedanke durch einen Beitrag mit Klavier und Saxophon aufgegriffen, bei dem das Lied „Welch ein Freund ist unser Jesus“ erklang.
Altersgerechte Angebote für Kinder
Im Anschluss verließen die Kinder der Vor- und Sonntagsschule gemeinsam mit ihren Lehrkräften den Kirchenraum und nahmen in vorbereiteten Nebenräumen an kindgerechten Unterrichten teil.
Der weitere Predigtteil richtete sich vor allem an die älteren Kinder im Religions- und Konfirmandenalter. Bischof Tümmler erläuterte den biblischen Zusammenhang der Geschichte: Nachdem Jesus auf freiem Feld zu den Menschen gesprochen hatte, war er erschöpft. Um etwas Ruhe zu finden und Abstand von der Menge zu gewinnen, ließ er sich von seinen Jüngern in einem Boot auf den See hinausrudern und schlief ein. Als ein Sturm aufzog, gerieten die Jünger in Panik und fürchteten um ihr Leben. Es dauerte eine Weile, bis sie den Mut fanden, Jesus zu wecken.
Der Bischof zog daraus eine Brücke zum heutigen Leben. Auch Gläubige fragten sich manchmal angesichts der Ereignisse in der Welt: „Warum tut Gott nichts? Schläft er?“ Die „Stürme“ im eigenen Leben könnten vielfältig sein und Angst oder Unsicherheit auslösen. Doch Jesus sei immer ansprechbar – auch dann, wenn es den Anschein habe, als würde er schlafen. Entscheidend sei, dass man sich an ihn wende und ihm sage, was einen bewegt.
Darüber hinaus erinnerte er daran, dass Menschen nicht nur an ihre eigenen Sorgen denken sollten. Wenn andere in Not geraten oder im übertragenen Sinne „über Bord gehen“, könne man ihnen einen Rettungsring zuwerfen – etwa durch eine helfende Hand oder ein offenes Gespräch.
Bild des Bootes als Symbol des Glaubens
Priester Felix Frobel griff in seinem Predigtbeitrag das Bild des Bootes erneut auf. Ein Boot, das längere Zeit auf dem Wasser unterwegs sei, trage Spuren der Reise: Kratzer, Gebrauchsspuren oder ausgebesserte Stellen. Ähnlich verhalte es sich mit dem Leben im Glauben. Auch hier gebe es Zeiten von Stürmen, Herausforderungen und Phasen, in denen Gebete scheinbar unbeantwortet bleiben. Entscheidend sei, wie man mit diesen Erfahrungen umgehe und weiterhin Vertrauen behalte.
Gemeinsames Abendmahl und Abschluss
Nachdem alle Kinder wieder im Kirchenschiff zusammengekommen waren, feierte die Gemeinde gemeinsam das Heilige Abendmahl. Mit Gebet und trinitarischem Segen beendete Bischof Tümmler danach den Kindergottesdienst.
Gemeinschaft und Austausch
Im Anschluss nutzten Kinder, Eltern und Lehrkräfte die Gelegenheit zum Austausch beim reichhaltigen Mitbring-Buffet.
Für die Kinder folgte anschließend ein Aktionsmittag mit verschiedenen Stationen, an denen sie spielen, basteln und gemeinsam aktiv sein konnten.
Parallel dazu erhielten die anwesenden Lehrkräfte in einer gesonderten Veranstaltung eine ausführliche Einführung in das Konzept von KIGO+ sowie in weitere Formen des Kindergottesdienstes. Dabei wurden Inhalte, Ziele und organisatorische Möglichkeiten des neuen Formats detailliert vorgestellt.
Mit dem gelungenen Auftakt in Wetzlar soll KIGO+ künftig in den Bezirken des Arbeitsbereichs Ost dazu beitragen, Kindergottesdienste noch stärker an die Bedürfnisse der Gemeinden, der Familien und der Kinder anzupassen.
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