Wetzlar. Ein Konzert voller musikalischer Ausdruckskraft, persönlicher Verbundenheit und emotionaler Tiefe erlebten die Besucherinnen und Besucher am Samstag, 31. Oktober 2026, in der neuapostolischen Kirche in Wetzlar. Unter dem Leitgedanken „In memoriam“ erinnerten der Mittelhessische Kammerchor und das Mittelhessische Kammerorchester der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland an ihren vor zwei Jahren im Alter von nur 36 Jahren verstorbenen Dirigenten Tobias Nering. Zugleich war das Konzert all jenen gewidmet, die einen geliebten Menschen verloren haben.
Die musikalische Leitung übernahm Jonas Imhoff, ein ehemaliger Kommilitone und Mitbewohner Nerings aus gemeinsamen Studienzeiten. Seine persönliche Verbindung zum Verstorbenen verlieh dem Konzert eine besondere Intensität und Authentizität.
Das vielseitige Programm spannte einen musikalischen Bogen vom späten 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Werke von Adam Gumpelzheimer, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms, Antonín Dvořák und Pietro Mascagni sowie zeitgenössische Kompositionen vereinten unterschiedliche musikalische Epochen und Ausdrucksformen.
Eine besondere Bedeutung kam dem ersten Satz aus dem „Deutschen Requiem“ von Johannes Brahms zu. Mit den Worten „Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden“ (Matthäus 5,4) brachte das Werk die zentrale Botschaft des Abends zum Ausdruck: Neben Trauer und der Erfahrung menschlicher Vergänglichkeit stehen Hoffnung, Trost und Zuversicht.
So wurde das Konzert weit mehr als eine musikalische Aufführung. Es war ein Abschied, eine liebevolle Erinnerung und ein Zeichen tiefer Verbundenheit mit Tobias Nering. Zugleich war es ein Dank für die gemeinsame Zeit, sein musikalisches Wirken und die Impulse, die er im Glauben und im menschlichen Miteinander hinterlassen hat.
In der voll besetzten Kirche dankte das Publikum den Mitwirkenden mit Standing Ovations. Die außergewöhnliche musikalische Qualität und die spürbare emotionale Verbundenheit machten den Abend zu einem bewegenden Erlebnis. Dabei wurde deutlich: Hier wurde nicht nur Musik aufgeführt, sondern gelebt. Die geistliche und künstlerische Aussage der Werke wurde für die Zuhörenden unmittelbar erfahrbar.
Den tröstlichen Schlusspunkt bildete die Botschaft aus Römer 14,8, die zugleich das Vermächtnis des Abends zusammenfasst:
„Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.“
Ein Konzert, das in Erinnerung bleiben wird – als musikalisches Gedenken, als Ausdruck gelebter Gemeinschaft und als Zeichen der Hoffnung über den Tod hinaus.
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