Herborn. Zum ersten Mal besuchte Bischof Sascha Tümmler die neuapostolische Kirchengemeinde Herborn und feierte dort am Mittwoch, den 7. Oktober 2026 mit den Gemeindemitgliedern einen Abendgottesdienst. Die musikalische Gestaltung übernahmen Miriam Reimann (Querflöte), Jana Müller (Geige) und Tomas Falkenheiner (Orgel). feiern.
Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand das Bibelwort aus 1. Johannes 4,14: „Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt.“
Ausgehend vom Eingangslied „Gott ist gegenwärtig“ mit der Textzeile „… alles in uns schweiget“ lud Bischof Tümmler die Gottesdienstbesucher dazu ein, inmitten der Unruhe unserer Zeit bewusst innezuhalten. Der Gottesdienst solle Gelegenheit bieten, Abstand vom Alltag zu gewinnen, zur Ruhe zu kommen und schöne Erlebnisse sowie persönliche Begegnungen in der Gemeinschaft zu erfahren.
Aus dem Wenigen kann Großes entstehen
In seiner Predigt knüpfte Bischof Tümmler an den Erntedankgottesdienst vom 4. Oktober 2026 an, den Stammapostel Helge Mutschler gefeiert hatte. Dabei erinnerte er an die biblische Geschichte von der Speisung der Fünftausend aus Johannes 6,11–12. Die Jünger hatten lediglich fünf Brote und zwei Fische zur Verfügung – viel zu wenig, um die große Menschenmenge zu versorgen. Doch Jesus begann mit dem, was vorhanden war. Er nahm auch das Kleine und Wenige ernst, dankte seinem Vater als Geber aller Dinge und ließ daraus Großes entstehen. Am Ende wurden alle satt.
Diese Begebenheit lasse sich auch auf die heutige Zeit übertragen, betonte der Bischof. In einer Welt, die zunehmend von Unsicherheit, Angst und Misstrauen geprägt sei, werde es immer schwieriger, Vertrauen in die Zukunft zu bewahren. Auch Glaube, Zuspruch und Zuversicht schienen vielerorts kleiner zu werden.
Gerade deshalb sei es wichtig, die eigene Beziehung zu Gott zu überdenken und den Blick bewusst auf das Positive und Mutmachende zu richten. Dankbarkeit für das, was bereits vorhanden sei, könne neue Kraft schenken. Es gelte, die Menschen wahrzunehmen, die für einen da seien, ein freundliches Wort weiterzugeben und anderen Mut zuzusprechen. Auch eine von Vertrauen geprägte Gemeinschaft sei ein wertvolles Geschenk.
Die zentrale Botschaft des Bischofs lautete: Gott könne aus dem Wenigen, das Menschen zur Verfügung stehe, sehr viel machen. Wer auf Jesus vertraue, könne erfahren, dass das Wesentliche nicht im Überfluss liege, sondern in der Gewissheit, durch ihn getragen und beschenkt zu sein. Die christliche Hoffnung richte sich zugleich auf die Wiederkunft Jesu Christi, wenn es keinen Mangel und kein Leid mehr geben werde.
Dankbarkeit als Ausdruck des Glaubens
Der örtliche Gemeindevorsteher, Gemeindeevangelist Frank Müller griff das Bibelwort in seinem Predigtbeitrag auf. Er machte deutlich, dass es häufig von der eigenen Sichtweise abhänge, wie Menschen ihren Besitz und ihre Lebensumstände wahrnähmen. Dankbarkeit sei ein großer Reichtum. Dabei lohne es sich, nicht nur auf die Geschenke Gottes in der Vergangenheit zu schauen, sondern auch auf das zu vertrauen, was er als Hoffnungsbringer für die Zukunft bereithalte.
Im Anschluss feierte Bischof Tümmler gemeinsam mit den Gottesdienstbesuchern das Sakrament des Heiligen Abendmahls.
Zum Abschluss beendete der Bischof den Gottesdienst mit einem Gebet und dem Segen Gottes. Anschließend nahm er sich Zeit, sich persönlich von den Anwesenden zu verabschieden.
Der Abendgottesdienst in Herborn setzte damit ein Zeichen für Dankbarkeit, gelebte Gemeinschaft und die Zuversicht, dass auch aus kleinen Anfängen und bescheidenen Möglichkeiten Großes entstehen kann.
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