Wetzlar. Die Gläubigen der neuapostolischen Kirchengemeinden Biebertal-Krumbach, Butzbach, Hohenahr-Erda, Wettenberg-Wißmar und Wetzlar kamen am Mittwochabend (26. August 2026) zu einem gemeinsamen Gottesdienst in der Zentralkirche an der Wetzlarer Neustadt zusammen. Geleitet wurde der Gottesdienst von Apostel Gerd Kisselbach. Im Mittelpunkt stand ein Bibelwort aus Jesaja 42,3: „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue trägt er das Recht hinaus.“
Bereits im Eingangsgebet wurde die zentrale Botschaft des Gottesdienstes aufgegriffen: „Lass uns spüren, dass du uns siehst, kennst und liebst.“ Apostel Kisselbach erläuterte anhand der Bilder vom geknickten Rohr und vom glimmenden Docht, dass Gott gerade auch den Menschen wahrnimmt und trägt, der sich selbst als schwach, wertlos oder am Ende seiner Kräfte empfindet.
Nicht jeder Mensch befinde sich auf der Sonnenseite des Lebens. Kränkungen, Trauer und andere Belastungen könnten dazu führen, dass Menschen sich innerlich geknickt oder ausgebrannt fühlten. Die Zusage Gottes gelte jedoch auch in solchen Situationen: Das geknickte Rohr werde nicht zerbrochen und der glimmende Docht nicht ausgelöscht.
Verbindung zu Christus gibt Kraft
Anknüpfend an die Worte Jesu „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ sprach Apostel Kisselbach über das Joch Christi. Dieses sei nicht als zusätzliche Last zu verstehen, sondern als Zeichen der Verbindung zu Christus. Wer mit ihm verbunden lebe, dürfe seine Kraft empfangen.
Auch wenn niemand wisse, was der kommende Tag mit sich bringe, könne die Hoffnung auf die Wiederkunft Christi Zuversicht und eine positive Erwartung schenken.
Priester Benjamin Pirlich, stellvertretender Gießener Bezirksvorsteher, griff das Bild des geknickten Menschen auf und erinnerte an den Apostel Petrus, der Jesus dreimal verleugnet hatte. Nach seiner Reue sei Jesus Petrus jedoch nicht mit Vorwürfen begegnet. Stattdessen habe Jesus ihn dreimal gefragt: „Hast du mich lieb?“ Christus begegne auch heute den Menschen trotz ihrer Schwächen mit Liebe und lade sie zur Gemeinschaft mit ihm ein. Apostel Kisselbach fasste diesen Gedanken zusammen: Die Beziehung zum Herrn ist die Quelle der Kraft.
Bischof Sascha Tümmler ermutigte in seinem Predigtbeitrag dazu, trotz eigener Schwäche den „Anker“ auf Jesus zu werfen. Selbst wenn ein Mensch sich kaputt oder wertlos fühle, verändere dies nichts an seinem Wert für Gott. Die Liebe Gottes könne dem glimmenden Docht neues Feuer geben und dem geknickten Rohr neuen Halt schenken.
Ordination für die Gemeinde Hohenahr-Erda
Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes wurde ein Priester für die Gemeinde Hohenahr-Erda ordiniert. Apostel Kisselbach dankte ihm für sein „Ja“ zu dieser Aufgabe und verwies auf die Zusage des Chorliedes „Ich bin mit dir“.
Mit dem Gleichnis vom Sämann verdeutlichte der Apostel, dass nicht jede ausgesäte Saat unmittelbar Frucht bringe. Auch im priesterlichen Dienst könne das verkündigte Wort auf Ablehnung stoßen. Die Aufgabe bestehe dennoch darin, den guten Samen immer wieder auszustreuen und dabei in der persönlichen Beziehung zu Gott zu bleiben.
Gemeinsame musikalische Gestaltung
Für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes sorgten ein gemeinsamer Chor sowie ein Musikkreis aus den eingeladenen Gemeinden. Mit Liedern wie „In dieser Zeit brauchst du den Heiland“ und weiteren musikalischen Beiträgen gaben sie dem Gottesdienst einen festlichen und würdigen Rahmen.
Die zentrale Botschaft des Abends lautete: Gott sieht den Menschen in seiner Schwachheit, kennt ihn und liebt ihn. Wer mit Christus verbunden bleibt, darf aus dieser Beziehung Kraft, Halt und Zuversicht für das eigene Leben und für den Dienst an anderen schöpfen.
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