Gießen. In der neuapostolischen Zentralkirche an der Händelstraße in Gießen fand am Sonntag, 23. August 2026, ein besonderer Festgottesdienst statt. Zahlreiche Gläubige aus den Gemeinden Fernwald-Buseck, Gießen-Wieseck, Gießen-Süd, Hungen, Lich und Pohlheim kamen zusammen, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern und die Goldene Hochzeit von Christa und Bezirksevangelist im Ruhestand Bernd Gruber zu würdigen.
Geleitet wurde der Gottesdienst von Hirte Matthias Rauch, dem Vorsteher des Gießener Kirchenbezirks. Im Mittelpunkt stand das Bibelwort aus Johannes 17,20–21a: „Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.“
Einheit beginnt im Alltag
In seiner Predigt stellte Hirte Rauch die Bedeutung der Einheit in den Mittelpunkt. Diese beginne nicht erst auf der Ebene der Kirche, sondern bereits im persönlichen Alltag. Die Ehe und Familie bezeichnete er dabei als die kleinste Zelle des menschlichen Zusammenlebens.
Einheit bedeute nicht Uniformität. Vielmehr gehe es um „Einheit in der Verschiedenheit“. Menschen seien unterschiedlich geprägt, hätten unterschiedliche Stärken und Schwächen und auch unterschiedliche Meinungen. Der Nährboden für das Zusammenwachsen sei die Liebe, verbunden mit gegenseitiger Wertschätzung und Zuneigung.
Als Mittelpunkt dieser Einheit stellte Rauch Jesus Christus heraus. Dies gelte für die Ehe ebenso wie für die Gemeinde und für die gesamte Kirche Christi. Auch die Jünger Jesu seien sehr unterschiedlich gewesen. Dennoch waren sie durch einen gemeinsamen Mittelpunkt verbunden: Jesus Christus.
Mit Blick auf die verschiedenen christlichen Konfessionen sprach der Gottesdienstleiter auch von der geschichtlichen Ausprägung der Kirche Christi. Das gemeinsame Gebet „Unser Vater“ könne dabei als verbindendes Element aller Christen verstanden werden.
Jesus Christus im Mittelpunkt
Bezirksältester Thorsten Junk aus dem Kirchenbezirk Marburg würdigte das Ehepaar Gruber. Das langjährige gemeinsame Leben der beiden zeige, dass ihr „Einssein“ gewachsen und tragfähig sei. Zugleich erinnerte er an den ewigen Gott, der alles wisse und alles könne, und ermutigte dazu, ihm treu zu bleiben und ihm das eigene Leben anzuvertrauen.
Bezirksevangelist Dirk Ehrenfried griff in seinen Gedanken zur Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl die Bedeutung der Einheit auf. Die Fokussierung auf Jesus Christus, der in der Gemeinde und im Heiligen Abendmahl gegenwärtig sei, sowie die Liebe zu Gott und zum Nächsten seien zentrale Grundlagen des christlichen Miteinanders.
Goldene Hochzeit von Christa und Bernd Gruber
Ein besonderer Höhepunkt des Gottesdienstes war die Segensspendung zur Goldenen Hochzeit. Hirte Matthias Rauch begrüßte Christa und Bezirksevangelist i.R. Bernd Gruber am Altar und spendete ihnen Gottes Segen für die weiteren gemeinsamen Lebensjahre.
Im Mittelpunkt standen Freude und Dankbarkeit für das gemeinsam Erlebte sowie der Dank an den ewigen Gott. Das Ehepaar blickte dankbar auf seinen gemeinsamen Lebensweg, auf zwei Kinder und zwei Enkelkinder zurück.
Hirte Rauch erinnerte dabei auch an das Trauwort des Ehepaares aus Josua 24,15: „Ich aber und mein Haus, wir wollen dem HERRN dienen.“ Dieses Wort habe den gemeinsamen Weg geprägt und sei auch für die Zukunft eine Orientierung.
Bernd Gruber war über viele Jahre ehrenamtlich in der Neuapostolischen Kirche tätig. Unter anderem wirkte er lange als Gemeindevorsteher in Gießen-Süd und Lich und zuletzt als stellvertretender Bezirksleiter. Bei seinen vielfältigen Aufgaben habe ihn seine Ehefrau Christa stets unterstützt.
Für die Zukunft verwies Hirte Rauch auf Psalm 73,28 und damit auf die Nähe zu Gott als bleibende Grundlage des Lebens. Mit einem Augenzwinkern griff er zudem ein bekanntes Wort Friedrich Schillers auf: „Ich sei, gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde der Dritte!“ Bei Christa und Bernd Gruber sei dieser „Dritte“ Jesus Christus – und zwar an erster Stelle.
Musikalisch wurde der Gottesdienst durch den Chor mitgestaltet. Vor der Segensspendung erklang das Lied „Bis hierher hat der Herr geholfen“. Die darin zum Ausdruck gebrachte Dankbarkeit und Bitte um Gottes bleibende Begleitung fasste die Stimmung des Festgottesdienstes treffend zusammen: dankbar zurückzublicken, Gottes Hilfe wahrzunehmen und vertrauensvoll nach vorne zu schauen.
So verband der Gottesdienst die Feier eines besonderen Ehejubiläums mit der Botschaft von Einheit, Liebe und gegenseitiger Wertschätzung – getragen vom gemeinsamen Glauben an Jesus Christus.
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