Siegen. Unter dem Motto „Herzlich Willkommen zum Kindersonntag“ feierte die neuapostolische Gemeinde Siegen am 13. September 2026 einen besonderen Gottesdienst für Kinder. In der Zentralkirche wurde dazu ein Sitzkreis eingerichtet, in dem die Kinder gemeinsam mit Gemeindeevangelist Mario Lange den Gottesdienst erlebten und aktiv mitgestalteten.
Im Mittelpunkt stand ein Bibelwort aus Markus 10,14: „Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes.“
Gemeindeevangelist Lange griff verschiedene Situationen aus dem Alltag der Kinder auf. Manchmal laufe vieles gut, man sei von freundlichen Mitschülern, guten Lehrern und anderen hilfsbereiten Menschen umgeben. Es gebe aber auch schwierige Zeiten, Sorgen und Momente, in denen Tränen fließen. Dabei erinnerte er daran, dass Jesus nach christlichem Verständnis in allen Lebenssituationen bei den Menschen ist – in guten wie in schweren Zeiten und auch in den Momenten dazwischen.
Gemeinsam können Probleme bewegt werden
Wie wichtig die Unterstützung anderer sein kann, wurde während des Gottesdienstes anschaulich dargestellt. Mit einem Tau wurde ein großes Problem symbolisiert: Ein kräftiges Kind versuchte zunächst allein, das Tau zu bewegen. Gemeindeevangelist Lange hielt am anderen Ende dagegen und ließ sich nicht bewegen. Erst als ein weiteres Kind die Idee hatte, gemeinsam zu helfen, kamen mehrere Kinder zusammen. In Teamarbeit gelang es ihnen schließlich, das Tau und damit auch den Gemeindeevangelisten zu bewegen.
Die Aktion verdeutlichte eine zentrale Botschaft des Gottesdienstes: Manche Probleme lassen sich nicht allein lösen. Hilfe kann von anderen Menschen kommen – beispielsweise von Eltern, Geschwistern, Freunden oder Menschen aus der Gemeinde. Nach den Worten von Gemeindeevangelist Lange bedeute Hilfe dabei nicht unbedingt, dass ein Problem einfach verschwinde. Entscheidend könne bereits sein, dass sich etwas bewegt und ein neuer Weg sichtbar werde.
Gleichzeitig machte er deutlich, dass jeder Mensch selbst einen Beitrag leisten müsse. Wenn beispielsweise eine Klassenarbeit bevorsteht, könne einem das Lernen nicht abgenommen werden. Bei Schwierigkeiten im Leben dürfe man sich jedoch Unterstützung suchen und darauf vertrauen, nicht allein zu sein.
Kindern Raum geben
Auch die Erwachsenen wurden dazu ermutigt, Kindern Raum zu geben – sowohl im Gottesdienst als auch innerhalb der Gemeinde. Dabei wurde deutlich, dass Menschen unterschiedliche Fähigkeiten und Perspektiven mitbringen. Kraft, Herz und Kopf können dabei helfen, eine schwierige Situation aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und gemeinsam Lösungen zu finden.
Priesterin Karola Semrau ergänzte die Gedanken mit einer persönlichen Geschichte. Sie berichtete von einer Situation, in der sie gebetet habe: „Lieber Gott, ich brauche jetzt einen Engel.“ Hilfe erhielt sie schließlich durch einen Menschen, der genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und ihr Orientierung geben konnte.
Dazu verwies sie auf Psalm 91,11: „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.“ Sie ermutigte die Kinder und Erwachsenen, sich im Gebet an Gott zu wenden, wenn sie in Not sind oder Unterstützung benötigen.
Gemeinsames Singen und Beisammensein
Musikalisch wurde der Gottesdienst von Liedern begleitet, die die Kinder gemeinsam mit Unterstützung ihrer Eltern sangen. So konnten sie auch auf diese Weise aktiv am Gottesdienst teilnehmen.
Im Anschluss an den Gottesdienst blieb die Gemeinde noch zusammen. Bei Hot Dogs und zahlreichen weiteren Speisen, die von Mitgliedern der Siegener Kirchengemeinde vorbereitet worden waren, klang der Kindersonntag in geselliger Atmosphäre aus.
Kindersonntag in Siegen
30. September 2026
Text:
V. Joswig,
W. Rock
Fotos:
D. Semrau
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