Wetzlar. Zu einem besonderen Gemeindeausflug trafen sich am 1. November 2025 die neuapostolischen Kirchengemeinden Biebertal-Krumbach und Wettenberg-Wißmar aus dem Gemeindeverbund Gleiberger Land. Auch Mitglieder der Nachbargemeinde Hohenahr-Erda waren eingeladen. Ziel des diesjährigen Ausflugs war die nahegelegene Kreisstadt Wetzlar, wo Altstadt und Dom gleichermaßen zum Entdecken und Besinnen einluden.
Auf dem Programm standen eine Altstadt- und Domführung sowie eine geistliche Einstimmung auf den am darauffolgenden Sonntag gefeierten Gottesdienst für Entschlafene. Abgerundet wurde der Tag durch eine gesellige Einkehr in einem Wetzlarer Altstadt-Café, bei der sich die Teilnehmenden bei herzhaften und süßen Speisen austauschen und den Nachmittag gemeinsam ausklingen lassen konnten.
Eine engagierte Stadtführerin der Tourist-Information Wetzlar nahm die Gruppe in Empfang und führte zunächst rund um den imposanten Wetzlarer Dom. Das „unvollendete“ Gotteshaus beeindruckte durch seine besondere Architektur, in der sich Baustile verschiedener Epochen vereinen. Interessant zu erfahren war, dass Wetzlar nie Bischofssitz war und der Dom daher nie offiziell diesen Titel trägt. Als eine der ältesten Simultankirchen Deutschlands wird er bis heute sowohl von evangelischer als auch von katholischer Gemeinde genutzt – ein lebendiges Zeichen gelebter Ökumene.
Besonders eindrucksvoll war der Besuch des sogenannten Heidenhofs, eines noch unüberdachten Teils des Doms. Dort mussten in früheren Jahrhunderten Taufbewerber warten, bevor sie erstmals Einlass in die Kirche erhielten. Hier wie auch an anderen Orten wurde Raum geschaffen, um in Gedanken an Verstorbene innezuhalten – als Vorbereitung auf den Entschlafenen-Gottesdienst am Folgetag.
Anschließend führte der Weg durch die historischen Gassen der Altstadt, vorbei an Gebäuden aus der Reichskammergerichtszeit und an zahlreichen Erinnerungsorten. Immer wieder begegnete den Teilnehmenden der Name Johann Wolfgang von Goethe, der in Wetzlar als junger Jurist tätig war, hier seine „Lotte“ kennenlernte und durch diese Zeit zu seinem Werk „Die Leiden des jungen Werthers“ inspiriert wurde. Ein Besuch des Lottehauses und des Stadtmuseums Wetzlar durfte daher nicht fehlen.
Auch Stolpersteine am Weg erinnerten an Opfer der NS-Zeit, und eine berührende Erzählung über ein Unglück in jüngerer Vergangenheit ließ die Gruppe still werden. Zum Abschluss der Führung versammelten sich die Teilnehmenden am Schillerplatz, wo einst ein Friedhof lag. In einem großen Kreis entzündeten alle Kerzen und hielten stille Fürbitte für Verstorbene – ein bewegender Moment gemeinsamer Besinnung.
Der Tag endete mit einem gemütlichen Beisammensein im Café-Restaurant hinter dem Kornmarkt. Dankbar blickten alle auf einen rundum gelungenen Ausflug zurück, der Geschichte, Glauben und Gemeinschaft in eindrucksvoller Weise miteinander verband.
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