Seite 1 von 7 1881 bis 1906: "Zeit der Vorbereitung" Auch wenn die Gemeinde- gründung erst 100 Jahre zurückliegt – neuapostolische Christen gibt es in Gießen wohl schon seit mehr als 125 Jahren. Als zur Mitte des 19. Jahrhunderts in Hamburg die ersten „Apostel“ der Neuapostolischen Kirche ordiniert wurden, erhielt Johann Christoph Hohl aus Süddeutschland den Auftrag, im „süddeutschen Raum“ (wohl vornehmlich im Raum Frankfurt und Gießen) die Kunde vom aufgerichteten Apostelamt zu verbreiten. Zwar finden sich aus dieser Zeit keine Nachweise, dennoch steht zu vermuten, dass er schon zwischen 1865 und 1880 ab und zu nach Gießen reiste. Erst im Sommer des Jahres 1881 fand Apostel Hohl Arbeit im Gießener Eisenwerk Margarethenhütte und verlegte seinen Wohnsitz nach Giessen.Gemeinsam mit seinem Freund Gustav Georg Ruff, einem Evangelisten aus Frankfurt, unternahm er lange Fußmärsche das Gießener Umland auf der Suche nach gläubigen Seelen. Das offizielle Adressbuch der Stadt Gießen führte Gustav Georg Ruff in diesen Jahren schon unter der Berufsbezeichnung „Missionsprediger.“ In diesen Jahren bekannten sich bereits etwas 10 Menschen zum neuen Glauben der Apostel. Im seinem Wohnhaus richtete Gustav Georg Ruff – der seit 1888 auch das Apostelamt trug - einen geräumigen Versammlungsraum ein, in dem er Gottesdienste und Missionsabende halten konnte. Als der Apostel in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts Gießen aus beruflichen Gründen wieder verlassen musste, konnten am Ort keine Gottesdienste mehr gehalten werden. Die Gläubigen – unter anderem Familie Peter – hielten jedoch an ihrem neuen Glauben fest und besuchten Sonntag für Sonntag die Gottesdienste im Kreis Wetzlar. Dabei mussten sie den Weg nach Wetzlar selbstverständlich zu Fuß zurücklegen. Etwa zehn Jahre lang fanden keine Gottesdienste in Gießen statt. Die Geduld der neuapostolischen Christen in Gießen sollte jedoch belohnt werden. |